Forschungsgebäude Smart Living Lab
Freiburg, Schweiz
Studienauftrag 1. Preis 2019
Projekt und Realisierung 2019-2027
Freiburg, Schweiz
Studienauftrag 1. Preis 2019
Projekt und Realisierung 2019-2027
Smart Living Lab, Freiburg, Schweiz
bluefactory Fribourg-Freiburg SA, Schweiz
Behnisch Architekten, Stuttgart, Deutschland
Studienauftrag: Drees & Sommer Schweiz AG, Basel, Schweiz
Ausführung: Weinmann-Energies SA, Echallens, Schweiz
Heike Egli-Erhart, Fabian Hug, Dimitrios Mamadas, Fabio Pesavento, Roberto Plaza, Jean-Paul Previero, Nico Ros, Manuel Wehrle, Sander van Baalen
Das Smart Living Lab, ein Forschungszentrum, das sich mit der Zukunft der gebauten Umwelt befasst, wird einen zentralen Platz auf dem Areal der früheren Brauerei Cardinal in Freiburg einnehmen. Als Teil des neuen bluefactory-Quartiers, das Akteure aus Wirtschaft, Innovation, Kultur und Gesellschaft miteinander vernetzen will, bietet das SLL Raum für experimentelle interdisziplinäre Forschung zum nachhaltigen Bauen.
Der Entwurf des Teams aus Behnisch Architekten, Drees & Sommer und ZPF Ingenieure überzeugte durch seinen offenen, flexiblen, integrativen und nutzerorientierten Charakter sowie durch seinen sparsamen Umgang mit Material und Ressourcen. Laut Expertengremium zeichnet sich das Siegerteam durch seine kollektive Intelligenz, durch seine Aufnahmefähigkeit sowie seine Begeisterung aus, wobei Architekten und Ingenieure eng zusammenarbeiteten. Ziel des Studienauftrags war die Entwicklung einer Struktur, die den Energieverbrauch minimiert, wobei Materialien und Baumethoden sorgfältig ausgewählt wurden, um die Auswirkungen auf den Lebenszyklus zu optimieren und die graue Energie zu reduzieren.
Das Smart Living Lab ermöglicht 130 Forscherinnen und Forschern in interdisziplinären Teams die Untersuchung von nachhaltigem Bauen auf einer Grundfläche von rund 5’000 m² über vier Etagen. Das Gebäude beherbergt somit nicht nur das Institut, sondern dient selbst als Experimentierobjekt.
Die kompakte Form des Baukörpers optimiert das Verhältnis von Volumen zu Fassadenfläche und weist gleichzeitig eine raffinierte Differenzierung auf. Die tragende Struktur aus Holzfachwerk basiert auf einem effizienten Rastersystem, fixe Installationen des Gebäudes sind auf ein absolutes Minimum reduziert. So kann das Gebäude eine Vielzahl von Funktionen erfüllen und sich an zukünftige Veränderungen anpassen.
Die Fassade spielt eine Schlüsselrolle im nachhaltigen Klimakonzept. Vorgefertigte, hölzerne Elemente werden in den Raster des konstruktiven Fachwerkes eingefügt. Vertikal und horizontal angeordnete Lamellen dienen der Verschattung und – durch integrierte Photovoltaikelemente – der Energiegewinnung. Die Wintergärten dienen im Frühjahr und Herbst als Quelle solar vorgewärmter Luft und reduzieren so den Energieverbrauch. Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme sind in eine intelligente Holzdeckenkonstruktion integriert, wobei Lehmplatten als thermische Masse dienen.